Im Schamanismus gibt es nun eine besondere Traumkultur: Hier ist der Traum das Devinationsintrument par excellence, und er gilt ebenso wie die Trance als Ort des Kontaktes mit den Geistern. Meist sind Schamanen für ihre Gruppe zentraler Angelpunkt zwischen der wachen Welt und der Traumwelt; sie träumen entweder der stellvertretend für das Kollektiv, oder sie müssen Träume ihrer Leute interpretieren und allenfalls mit rituellen Vorkehrungen darauf reagieren.
Nun treten aber die Träume der Schamanen nicht nur spontan und autonom auf wie die unseren, sie sind oft absichtlich herbeigeführt, und die Schamanen können deren Geschehen willentlich steuern. Wie dies im Prinzip allen Menschen möglich wäre, einige Begabungen vorausgesetzt, werde ich im vierten Kapitel aufzeigen.
Zum besseren Verständnis des geschilderten Traumgeschehens und seiner Relevanz für uns werde ich im Folgenden die Traumtheorie Sigmund Freuds und C.G. Jungs kurz skizzieren.