Bei den Caribou-Eskimos herrscht die Auffassung, dass man nur durch Leiden, die in die Nähe des Todes führen, zum weisen Mann werden kann. Auch hier spielt der Traum eine wichtige Rolle, aber nicht mit dem Motiv Tod und Wiedergeburt.
Dieses wird in der äußeren Wirklichkeit inszeniert, und es geht dabei um einen initiatischen Blick in den Tod. Der Novize kann sein Leiden selber auswählen: Er kann Hunger und Kälte ausgesetzt werden, was das härteste ist, er kann ertrinken oder erschossen werden. Letzteres haben wir bei der Geschichte der Schamanin Kinalik bereits berührt.
Nach Jung, schlagen solche Torturen Löcher in die Persönlichkeit, durch die das kollektive Unbewusstsein von allen Seiten eindringen kann ( C.G.Jung 1991, 367) Es ist ein gewaltsames Öffnen der Ich-Grenze.
Der Schamane Igjugarjuk der Caribou-Eskimos erzählte Rasmussen von einer Initiation: er wählte das Leiden von Hunger und Kälte, und seine Schwiegervater Perqanaoq, der Schamane war, führte ihn auf einem kleinen Schlitten in einer Winternacht bei Neumond in die Einöde hinaus, baute ihm dort eine kleine Schneehütte, gerade groß, dass er darin sitzen konnte, aber ohne weichen Schnee als schützende Isolation.
Er gab ihm kein Schlafffell zum Zudecken, nur eine Unterlage zum Sitzen. Er konnte sich nicht hinlegen. 30 Tag musste er ohne Nahrung in dieser Stellung ausharren. Nach fünf Tage kam der Meister mit etwas lauwarmen Wassers und nach weiteren fünfzehn Tagen abermals.
Igjugarjuk Ausgesetztheit sollte die Aufmerksamkeit der Göttinnen Hila und Pinga auf sich ziehen. Perqanaoq hatte ihn angewiesen, die ganze Zeit über in der Abgeschiedenheit nicht anderes zu denken und zu wollen, als dass er hier säße und Schamane werden wollte und dass Pinga ihn in Besitz nehmen sollte.
Posts mit dem Label Traumvision werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Traumvision werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 26. Februar 2013
Todesnähe auf der körperlichen Eben, das Neue erscheint im Traum
Labels:
Archetypen,
C.G. Jung,
Eskimo,
Igjugarjuk,
Inuit,
Knut Rasmussen,
kollektiven Unbewusste,
Schamane,
Schamanen,
Schamanismus und Traum,
Susanne Elsensohn,
Symbole,
Tod,
Traum-Ich,
Traumvision,
Vermittler,
Wiedergeburt
Montag, 8. Oktober 2012
Synchronizität
[…] Aus diesem Zusammentreffen schließt Jung, dass der Raum für die Psyche relativ oder die Psyche gar nicht genau lokalisierbar ist.
Unser Unbewusstes ist demnach nicht nur in uns drin und schon gar nicht nur unten.
Es kann sich scheinbar sogar außerhalb von uns bewegen. Von daher ist der Glaube archaischer Kulturen, ihre Traumseele gehe nachts auf Reisen, in gewisser Weise berechtigt.
Aber nicht nur die örtliche, auch die zeitliche Bestimmung der Psyche können wir nicht genau festlegen. (Jung 1952d § 989-974):
Unser Unbewusstes hat oft Kenntnisse über die Vergangenheit, zu denen das Bewusstsein keinen Zugang hat.
Das haben wir schon bei den Träumen von Nazienkeln gesehen, denen man gar nichts über die Verbrechen ihres Großvaters erzählt hatte (siehe S. 47). Das unbewusste hat gelegentlich auch ein Vorauswissen und ist daher in bestimmten Situationen dem Bewusstsein überlegen. Daher können wohl gewisse Schamane in die Vergangenheit und in die Zukunft reisen.
Jung sprach, wie schon erwähnt, sogar von einem absoluten Wissen des Unbewussten. Das ist zwar ein gefährliches Wort, weil es eine Tyrannei von Träumen begünstigt könnte, sofern es falsch verstanden wird.
Jung schien wie die Schamanen eine besondere Begabung für synchronistische Phänomene zu haben.Er hatte viele entsprechende Träume und Erlebnisse.[…]
Kapitel: 9. Der Traum als Weissungungsinstrument
Synchronizität
Unser Unbewusstes ist demnach nicht nur in uns drin und schon gar nicht nur unten.
Es kann sich scheinbar sogar außerhalb von uns bewegen. Von daher ist der Glaube archaischer Kulturen, ihre Traumseele gehe nachts auf Reisen, in gewisser Weise berechtigt.
Aber nicht nur die örtliche, auch die zeitliche Bestimmung der Psyche können wir nicht genau festlegen. (Jung 1952d § 989-974):
Unser Unbewusstes hat oft Kenntnisse über die Vergangenheit, zu denen das Bewusstsein keinen Zugang hat.
Das haben wir schon bei den Träumen von Nazienkeln gesehen, denen man gar nichts über die Verbrechen ihres Großvaters erzählt hatte (siehe S. 47). Das unbewusste hat gelegentlich auch ein Vorauswissen und ist daher in bestimmten Situationen dem Bewusstsein überlegen. Daher können wohl gewisse Schamane in die Vergangenheit und in die Zukunft reisen.
Jung sprach, wie schon erwähnt, sogar von einem absoluten Wissen des Unbewussten. Das ist zwar ein gefährliches Wort, weil es eine Tyrannei von Träumen begünstigt könnte, sofern es falsch verstanden wird.
Jung schien wie die Schamanen eine besondere Begabung für synchronistische Phänomene zu haben.Er hatte viele entsprechende Träume und Erlebnisse.[…]
Kapitel: 9. Der Traum als Weissungungsinstrument
Synchronizität
Dienstag, 9. Februar 2010
Schamanismus und Traum - Einleitung (7)
Ich möchte ein diesem Buch aufzeigen, welche Elemente des Schamanismus unserer Urahnen im kollektiven Unbewussten noch vorhanden sind, und wie sie wirken. Abgesehen von den Träumen findet sich auch einiges davon in den alten Volksmärchen. Sie wurden über Jahrhunderte nur mündlich tradiert und damit durch das Unbewusste zahlloser Erzähler angereichert. Sie gelten daher als die reinste Ausprägung des kollektiven Unbewussten.
Ich habe nur Schlafträume und Träume in schlafähnlichen Zuständen wie etwa Bewusstlosigkeit behandelt, Visionen im Wachzustand aber höchstens am Rande gestreift, wo sei etwa in einen Schlaftraum übergehen oder umgekehrt. Die Trance habe ich nicht berücksichtigt.
In Kulturen mit Schamanentum werden Traum – und Wachvision gleichermaßen ernst genommen, beides gilt als Kontakt mit den Übernatürlichen und wird oft mit dem gleichen Ausdruck bezeichnet
Es wird aber fast überall eine Unterscheidung gemacht zwischen Alltagsträumen und Träumen mit Offenbarungen, die den Träumer tief bewegen oder sich als Vorboten eines Glücksfalles erweisen.
Ich habe nur Schlafträume und Träume in schlafähnlichen Zuständen wie etwa Bewusstlosigkeit behandelt, Visionen im Wachzustand aber höchstens am Rande gestreift, wo sei etwa in einen Schlaftraum übergehen oder umgekehrt. Die Trance habe ich nicht berücksichtigt.
In Kulturen mit Schamanentum werden Traum – und Wachvision gleichermaßen ernst genommen, beides gilt als Kontakt mit den Übernatürlichen und wird oft mit dem gleichen Ausdruck bezeichnet
Es wird aber fast überall eine Unterscheidung gemacht zwischen Alltagsträumen und Träumen mit Offenbarungen, die den Träumer tief bewegen oder sich als Vorboten eines Glücksfalles erweisen.
Abonnieren
Posts (Atom)