Ich möchte ein diesem Buch aufzeigen, welche Elemente des Schamanismus unserer Urahnen im kollektiven Unbewussten noch vorhanden sind, und wie sie wirken. Abgesehen von den Träumen findet sich auch einiges davon in den alten Volksmärchen. Sie wurden über Jahrhunderte nur mündlich tradiert und damit durch das Unbewusste zahlloser Erzähler angereichert. Sie gelten daher als die reinste Ausprägung des kollektiven Unbewussten.
Ich habe nur Schlafträume und Träume in schlafähnlichen Zuständen wie etwa Bewusstlosigkeit behandelt, Visionen im Wachzustand aber höchstens am Rande gestreift, wo sei etwa in einen Schlaftraum übergehen oder umgekehrt. Die Trance habe ich nicht berücksichtigt.
In Kulturen mit Schamanentum werden Traum – und Wachvision gleichermaßen ernst genommen, beides gilt als Kontakt mit den Übernatürlichen und wird oft mit dem gleichen Ausdruck bezeichnet
Es wird aber fast überall eine Unterscheidung gemacht zwischen Alltagsträumen und Träumen mit Offenbarungen, die den Träumer tief bewegen oder sich als Vorboten eines Glücksfalles erweisen.
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Dienstag, 9. Februar 2010
Schamanismus und Traum - Einleitung (4)
Im Schamanismus gibt es nun eine besondere Traumkultur: Hier ist der Traum das Devinationsintrument par excellence, und er gilt ebenso wie die Trance als Ort des Kontaktes mit den Geistern. Meist sind Schamanen für ihre Gruppe zentraler Angelpunkt zwischen der wachen Welt und der Traumwelt; sie träumen entweder der stellvertretend für das Kollektiv, oder sie müssen Träume ihrer Leute interpretieren und allenfalls mit rituellen Vorkehrungen darauf reagieren.
Nun treten aber die Träume der Schamanen nicht nur spontan und autonom auf wie die unseren, sie sind oft absichtlich herbeigeführt, und die Schamanen können deren Geschehen willentlich steuern. Wie dies im Prinzip allen Menschen möglich wäre, einige Begabungen vorausgesetzt, werde ich im vierten Kapitel aufzeigen.
Zum besseren Verständnis des geschilderten Traumgeschehens und seiner Relevanz für uns werde ich im Folgenden die Traumtheorie Sigmund Freuds und C.G. Jungs kurz skizzieren.
Nun treten aber die Träume der Schamanen nicht nur spontan und autonom auf wie die unseren, sie sind oft absichtlich herbeigeführt, und die Schamanen können deren Geschehen willentlich steuern. Wie dies im Prinzip allen Menschen möglich wäre, einige Begabungen vorausgesetzt, werde ich im vierten Kapitel aufzeigen.
Zum besseren Verständnis des geschilderten Traumgeschehens und seiner Relevanz für uns werde ich im Folgenden die Traumtheorie Sigmund Freuds und C.G. Jungs kurz skizzieren.
Schamanismus und Traum - Einleitung (3)
Der Schamane ist der Vermittler zwischen der Gruppe, der er angehört, und den jenseitigen Mächten, seien es nun Geister oder Gottheiten. Diese Vermittlung geschieht in einem veränderten Bewusstseinszustand, worin er Kunde über Krankenheilung, Jagd, über drohendes Unheil usw. bekommt und sie zum Nutzen seiner Gruppe anwendet.
Wenn nötig, muss er Jenseitsreisen unternehmen, um verlorene Seelen zu suchen. Diese Fähigkeiten gewinnt er in der Erfahrung der Initiation, in der er sich den Jenseitsmächten unter Lebensgefahr aussetzten muss.
Besteht er diesen rituellen Tod, so wird er wiedergeboren. Die Krankheitsgeister und Dämonen die ihm zugesetzt haben, werden dabei zu seinen Hilfsgeistern, mit denen er heilen kann und die sich auch nach verlorenen Seelen aussenden lassen. Was es damit auf sich hat, dass Seelen abhanden kommen und wie das mit Träumen zusammenhängt, erfahren wir im ersten Kapitel.
Wenn nötig, muss er Jenseitsreisen unternehmen, um verlorene Seelen zu suchen. Diese Fähigkeiten gewinnt er in der Erfahrung der Initiation, in der er sich den Jenseitsmächten unter Lebensgefahr aussetzten muss.
Besteht er diesen rituellen Tod, so wird er wiedergeboren. Die Krankheitsgeister und Dämonen die ihm zugesetzt haben, werden dabei zu seinen Hilfsgeistern, mit denen er heilen kann und die sich auch nach verlorenen Seelen aussenden lassen. Was es damit auf sich hat, dass Seelen abhanden kommen und wie das mit Träumen zusammenhängt, erfahren wir im ersten Kapitel.
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Schamanismus und Traum - Einleitung (2)
Ein zweiter Grund für den Verlust der Wurzeln liegt darin, dass wir entweder im Fortschrittsglauben oder in religiöser Verblendung meinen, auf schamanische Kulturen Stammesgesellschaften herabsehen zu können. Das ist eine verächtliche Haltung auch gegenüber unseren eigenen archaischen Schichten.
Es zeigt sich daran, dass viele Autoren für diese Völker den Ausdruck >>die Primitiven<< verwendeten, was bei uns ein Schimpfwort ist.
Diesen Ausdruck möchte ich in dieser Arbeit ersetzten durch >> die indigenen<< oder >>archaische Gesellschaften>>. Wir haben nämlich nur einzelne Hirn-Areale höher entwickelt und dafür andere regenerieren lassen. Diese wiederum sind bei archaischen Völkern und deren Schamanen hoch entwickelt. In gewisser Weise sind daher wir selbst die Primitiven.
Ein dritter Grund für den Verlust unserer Wurzeln ist unsere Art, mit der Natur umzugehen. Damit ist nicht nur das äußere Umfeld gemeint, sondern auch die eigene Natur. Oft überfahren wir beides auf grobe Weise und sind dabei wieder selber die Primitiven. Schamanen hingegen sind eng mit der inneren und äußeren Natur verbunden und ziehen ihre Kräfte aus ihr, wobei sie zwischen beiden Aspekten keine Unterscheidung machen.
Wenn hier von einer Grenze überhaupt gesprochen werden kann so ist sie fließend.
Dieses Buch will nicht von dem Neo-Schamanismus berichten, den Michael Harner in seiner Schamanenschulen in unserer Kultur transferiert hat. Es soll zeigen, wie der ursprüngliche, Jahrtausend alte Schamanismus archaischer Völker mit den Träumen umging und umgeht und was wir, abgesehen von Herners Praktiken, für uns daraus ziehen könne.
Es zeigt sich daran, dass viele Autoren für diese Völker den Ausdruck >>die Primitiven<< verwendeten, was bei uns ein Schimpfwort ist.
Diesen Ausdruck möchte ich in dieser Arbeit ersetzten durch >> die indigenen<< oder >>archaische Gesellschaften>>. Wir haben nämlich nur einzelne Hirn-Areale höher entwickelt und dafür andere regenerieren lassen. Diese wiederum sind bei archaischen Völkern und deren Schamanen hoch entwickelt. In gewisser Weise sind daher wir selbst die Primitiven.
Ein dritter Grund für den Verlust unserer Wurzeln ist unsere Art, mit der Natur umzugehen. Damit ist nicht nur das äußere Umfeld gemeint, sondern auch die eigene Natur. Oft überfahren wir beides auf grobe Weise und sind dabei wieder selber die Primitiven. Schamanen hingegen sind eng mit der inneren und äußeren Natur verbunden und ziehen ihre Kräfte aus ihr, wobei sie zwischen beiden Aspekten keine Unterscheidung machen.
Wenn hier von einer Grenze überhaupt gesprochen werden kann so ist sie fließend.
Dieses Buch will nicht von dem Neo-Schamanismus berichten, den Michael Harner in seiner Schamanenschulen in unserer Kultur transferiert hat. Es soll zeigen, wie der ursprüngliche, Jahrtausend alte Schamanismus archaischer Völker mit den Träumen umging und umgeht und was wir, abgesehen von Herners Praktiken, für uns daraus ziehen könne.
Schamanismus und Traum - Cover
Träume spielen im Schamanismus eine überaus wichtige Rolle. Sie sind Brücken zu den Geistern. Wie die Schamanen mit Traumbildern umgehen, dokumentiert Susanne Elsensohn anhand einer Überblickstour zu den verschiedenen schamanisch tätigen Völkern der Welt.
Überdies stellt sie mit Hilfe der Psychologie C. Jung Verbindungen zum westlichen geprägten Leben her: wie ganz ähnliche Träume haben können und wie wir durch die Auseinandersetzung mit der schamanischen Praxis heilend wirken können.
Quelle: "Schamanismus und Traum" von Susanne Elsensohn, Diederichs Gelbe Reihe
Überdies stellt sie mit Hilfe der Psychologie C. Jung Verbindungen zum westlichen geprägten Leben her: wie ganz ähnliche Träume haben können und wie wir durch die Auseinandersetzung mit der schamanischen Praxis heilend wirken können.
Quelle: "Schamanismus und Traum" von Susanne Elsensohn, Diederichs Gelbe Reihe
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